Ephesos

Ephesos - Metropole der Antike

Die Region an der anatolischen Küste zum ägäischen Meer im Kreis Selçuk bot aufgrund seiner Lage alle Voraussetzungen für den Aufbau antiker Städte. Der Mäander hat in der Ebene durch seinen wechselnden Verlauf immer an verschiedenen Orten fruchtbares Schwemmland hinterlassen.

Dadurch waren einst prächtige Städte häufig gezwungen, ihren Ort zu wechseln und sich dem neuen Verlauf des Flusses anzupassen. Didyma, Milet und Priene und insbesondere Ephesos waren Schauplatz wichtiger wissenschaftlicher und kultureller Errungenschafte

Erste Besiedelungen sind schon im 5. Jt v. Chr. nachweisbar. 1100 v. Chr. übernahmen die Ionier unter Androkles die Region um die kleine Siedlung mit dem Namen Koressos. Die Bürger der Stadt erbauten etwas außerhalb den Artemis-Tempel, der in der Antike als eines der sieben Weltwunder galt. Nach einem Brand ist von ihm nur noch eine Mulde zurückgeblieben. Der lydische König Krösus übernahm um 560 v. Chr. die Stadt und benannte sie in Ephesos um.

Auch Alexander der Große war nach seinem Sieg über die Perser im Jahr 334 v. Chr. hier. Er wollte den Tempel neu aufbauen. Nach dessen Tod übernimmt der Diadoche Lysimachos die Region. Nachdem  der Fluss Küçük Menderes die Ebene in sumpfiges Schwemmland verwandelt hatte und die direkte Verbindung zum Meer nicht mehr gegeben war, erzwang er wegen der Malaria-Gefahr den Umzug der Bevölkerung in den heutigen Teil der Stadt. Darauf hin wurde Ephesosn zur reichsten Stadt der Region. Nach dessen Tod ging die Stadt zeitweise an die Ägypter und Syrer über.

190 v. Chr. wurde Ephesos Teil des römischen Kaiserreiches und wurde in Ephesus umbenannt. Im Jahr 88 v. Chr. gab es unter Mithridates VI. einen Aufstand der dort ansässigen Griechen. Mit der]von ihm ausgerufenen Ephesischen Vesper sollten in der Provinz Asia alle Italiker getötet werden. Der Befehl kostete 20 000 Römer das Leben. 86. v. Chr. nahm das römische Imperium unter Sulla Rache und zerstörte die Stadt. Unter Augustus (63 v. Chr – 14 n. Chr.). wurde es zur Zentrale der römischen Provinzen in Kleinasien. Die Blütezeit der Stadt dauert so bis zum 3. Jh. n. Chr. an.

Apostel Johannes hat dort bis zu seinem Tod gelebt. Über seinem Grab wurde von Justitian eine Basilika errichtet.  Auch Maria, die Mutter Jesu soll dort nach dessen Tod gelebt haben. Die noch heute erhaltenen Fundamente ihres Hauses sind heute als Wallfahrtsort anerkannt.

im 5. Jh.  findet hier das III. Konzil statt, später wird Ephesus zum Bischofssitz.

Mit den gut erhaltenen Bauwerken der Celsus-Bibliothek, des Hadrian-Tempels, des Trajan – Brunnens und des Amphittheaters erlebt der Besucher beim Gang durch die antiken gepflasterten Straßen eine Zeitreise in die Antike. Vom Amphittheater aus führt eine breite gepflasterte Straße zum ehemaligen inzwischen versandeten Hafen.

Mit den Hanghäusern bildeten im 1. Jh. n. Chr. zwei gut erhaltene Wohninsulae das Zentrum der Stadt. Die mit reichen Mosaiken ausgestatteten Räume bieten einen guten Einblick in der Leben der Bewohner der Stadt.